Ein Haff – zwei Länder

Tag 1: Kröslin – Krummin 14 sm

Das kleine Dorf Kröslin und die 5-Sterne-Marina des Baltic Sea Resorts achtern, den Peenestrom voraus, geht es nach Süden ins Peenestrom-Fahrwasser Richtung Wolgast. Die Wartezeit bis zur
Öffnung der Peenebrücke eignet sich für einen Besuch des Wolgaster Museumshafens, direkt
vor dem Speicher. Die nächstgelegene Anlegemöglichkeit ist der Yachthafen Horn Werft. Nach
der Brücke hält man sich streng ans Fahrwasser, da es hier rechts und links flach wird. Bei Tonne 72 führt das Fahrwasser in die Krumminer Wiek. Der Naturhafen Krummin liegt am Ende der Bucht, gegenüber der Halbinsel Gnitz. Von hier aus erreicht man die Strände der Ostseebäder Zinnowitz oder Koserow am besten per Rad.

Unser Tipp: Fischstübchen Neeberg in Krummin

Tag 2: Krummin – Ueckermünde 28 sm

Von Krummin aus zur Zecheriner Klappbrücke durch den Peenestrom sind es etwa drei Stunden. Sie wird nur dreimal am Tag geöffnet. Das sollte bei der Routenplanung bedacht werden. Auf der Südseite der Brücke gibt es einen Anleger, direkt an dem Imbiss Peene Idyll mit einem kleinen Strand und frischem Fisch.

Nach der Tonne Peenestrom Süd/H1 kann man sich südlich des Fahrwassers aufhalten und Kurs auf die Ueckermündung nehmen. Gleich am östlichen Ufer der Uecker befindet sich die moderne Marina Lagunenstadt in unmittelbarer Nähe zum Strand. Fährt man etwa 1,3 Seemeilen auf der Uecker weiter, erreicht man den Stadthafen. Liegeplätze finden sich entlang der Kaimauer.

Kurz hinter dem Stadthafen liegt die zur Besichtigung geöffnete Pommernkogge Ucra. Wer mit Kindern unterwegs ist, dem dürfte der Tierpark Ueckermünde ein willkommenes Ziel sein.

Tag 3: Ueckermünde – Szczecin 37 sm

Auf dieser Strecke verlässt man die deutsche Seite des Stettiner Haffs. Grenzkontrollen und auch das Ein- und Ausklarieren gibt es nicht mehr. Dennoch kann es hin und wieder – auch noch viele Meilen hinter der Grenze – zu stichprobenartigen Kontrollen kommen.
Vom Kleinen Stettiner Haff kommend, ist Nowe Warpno (Neuwarp) der erste Hafen auf polnischer Seite. Er lässt sich vom Fahrwasser aus er blicken, das bald in die Oder abzweigt. Denn nun verlässt man – etwa auf Höhe von Trzebież (Ziegenort) – das Zalew Szczeciński und folgt weiter dem Fahrwasser der Oder.

Nach etwa 15 Seemeilen gelangt man über die Westoder ins Zentrum von Szczecin (Stettin). Das westliche Ufer ist vom Industriehafen geprägt. Auf der östlichen Seite – etwa auf Höhe der Insel Wielki Karw und dem Policki Kanal – breitet sich ein Netz an Kanälen, Inseln und Buchten an schilfbewachsenen Ufern aus. Das Gebiet liegt zwischen diesem Oderlauf und dem Jezioro Dąbie (Dammscher See), eine Ausweitung der Oder zu einem Binnensee kurz vor der Mündung. Ziel in Szczecin ist die neue NorthEast Marina mit bester Aussicht von der Strandbar auf die Hakenterrasse. Mit dem Zentrum ist der Yachthafen über ein in der Saison regelmäßig verkehrendes Wassertaxi verbunden. An beiden Uferpromenaden entstanden Bars und Restaurants. Sie sind Besuchermagnete für die Stettiner und Gäste der Stadt.

Tag 4: Szczecin – Stepnica 15 sm

Das nächste Tagesziel ist das kleine Fischerdörfchen Stepnica, am östlichen Oderufer, in der Bucht Zatoka Stepnica. Von Szczecin aus hält man sich dabei am rechten Rand des Fahrwassers, das man sich mit großen Frachtschiffen teilen muss. Die Insel Wyspa Zurawia kann man auch westlich durch den ruhigen Kanal Sklowinski passieren. Im weiteren Verlauf hält man sich am rechten betonnten Fahrwasserrand der Oder, bis sich die weitläufige Ausbuchtung, Zatoka Stepnica, auf der östlichen Seite zeigt, wo auch bald das Stepnica-Fahrwasser abzweigt.

Am nördlichen Ufer befindet sich der Kanal Młyński (Einfahrt markiert mit einer polnischen Flagge) und bietet eine der beiden Liegemöglichkeiten. Die zweite ist der neue Yachthafen, der sich unmittelbar neben dem Becken des Fischereihafens befindet. Hier gibt es auch eine Tankstelle.

Direkt neben dem Yachthafen befindet sich ein Badestrand, der durch eine hölzerne Mole vom
Hafen getrennt ist. Im nahen Ort gibt es Geschäfte für den täglichen Bedarf. Ungemütlich kann die Anfahrt des Hafens bei westlichen oder südwestlichen Winden sein.

Ein paar Schritte hinter dem Hafen liegt die empfehlenswerte Tawerna Panorama mit einem schönen angeschlossenen Biergarten und einer guten Fischauswahl.

Tag 5: Stepnica – Świnoujście 22 sm

Der Kanal Piastowski (Kaiserfahrt) verbindet die Swine (Świna) mit dem Stettiner Haff südlich von Świnoujście. Vor allem in den frühen Morgenstunden ist die Fahrt über das Stettiner Haff und die Einfahrt in den 1880 fertiggestellten Kanal ein beeindruckendes Erlebnis. Die 12 Kilometer lange Schifffahrtsstraße umgeht den schwer befahrbaren östlichen Lauf der Alten Świna. Auf Höhe der Insel Mellin stößt diese in die Świna. Tagesziel ist der geschützte Yachthafen Nordbecken, auf der Insel Usedom, am westlichen Ufer der Świna, kurz vor der Mündung in die Ostsee. Von hier aus ist die quirlige Strandpromenade, nördlich des Zentrums, am besten per Fahrrad zu erreichen. Westlich des Yachthafens liegen die Festungen Fort Anioła und Fort Zachodni. Auf der anderen Seite der Świna ist das Fort Gerharda.
In unmitttelbarer Nähe steht der mit 68 Metern höchste Leuchtturm an der Ostsee, der ein Museum beherbergt.

 

Tag 6: Świnoujście – Kröslin 22 sm

Den Yachthafen von Świnoujście verlässt man über die Świna. Die Route führt auf dieser Strecke entlang der Außenküste Usedoms vorbei an Świnoujście. Kurz danach erscheinen die Silhouetten der Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow, Zinnowitz und Karlshagen. Nun geht es am Peenemünder Haken zurück ins Fahrwasser. Vor dem Einfahren in den Greifswalder Bodden passiert man die Insel Ruden, die heute nur noch eine ausgewiesene Naturschutzfläche ist. Der kleine Hafen kann nicht mehr angefahren werden. An der Westseite des Peenestroms kommt die 5-Sterne-Marina Kröslin im Baltic Sea Resort in Sicht. Doch vorher lohnt ein kleiner Abstecher per Boot nach Peenemünde. Anlegemöglichkeiten bestehen im Hafen Peenemünde. Das Kraftwerk beherbergt das Historisch-Technische Museum und zeigt die Geschichte der einstigen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde.

Tag 7: Check-out Kröslin

Bleibt am Ende noch Zeit? Warum dann nicht eine Fahrradtour nach Freest, in das kleine, 3 Kilometer entfernte Fischerdorf unternehmen? Rund um den hübschen Hafen gibt es einige Fischimbisse. Wandert man durch den kleinen Kiefernwald, gelangt man an den Freester Sandstrand.