Westpommersche Segelroute

Tag 1: Świnoujście – Wolin 21 sm

Zuerst passiert man den Kanal Piastowski in südlicher Richtung und fährt dann ins Stettiner Haff (Zalew Szczeciński) ein und folgt dem Fahrwasser in östlicher Richtung. Achtung: Kurz vor der Einfahrt in die Zatoka Skoszewska (Paulsdorfer Bucht) wird es am nördlichen Fahrwasserrand sehr flach. Auch beim Einfahren in die Głęboki Nurt, die in die Dziwna übergeht, unbedingt im Tonnenstrich bleiben. Am Westufer der Dziwna wurde ein Hafenbecken mit einer Tiefe von 3,5 Metern ausgehoben. Nördlich davon – direkt vor dem neuen Servicegebäude – sind Schwimmstege installiert. Bei Ostwind liegt man hier etwas unruhig. Schön ist der Blick auf die gegenüberliegende Insel Wolinska Kepa mit der Slawen- und Wikinger-Museumssiedlung, die einen Besuch lohnt. Einmal im Jahr steigt hier, meist Anfang August, das Wikingerfestival.

Tag 2: Wolin – Stepnica 16 sm

Von Wolin aus geht es Richtung Süden durch die Ciesenina Gleboki Nurt auf das Oderhaff zurück ins Fahrwasser, um dann weiter Kurs Süd Richtung Oder zu nehmen. Östlich biegt man dann in das Stepnica-Fahrwasser ab, um das Fischerdorf zu erreichen. Ob man im Haupthafen entlang des Kanals Młyński (Einfahrt östlich des Fischerhafens mit polnischer Flagge markiert) oder in dem neu angelegten Hafen, direkt neben dem Fischereihafen mit Tankstelle, anlegt, das ist letztlich Geschmack- und Wettersache. Der neue Hafen liegt unmittelbar neben dem kleinen Sandstrand. Fußläufig von hier gibt es Geschäfte des täglichen Bedarfs. Etwas unangenehm ist die Einfahrt in den Hafen bei starken Winden aus West oder Südwest. Hinter dem Fischerhafen liegt die Tawerna Panorama mit Biergarten und polnischer Küche.

Tag 3: Stepnica – Szczecin 15 sm

Die Route führt in die Hafenstadt Stettin (Szczecin), in die NorthEast Marina gegenüber der Haken terrasse. Der neue Yachthafen liegt am südlichen Ende der Insel Wyspa Grodzka. Man umrundet die Insel, fährt an der rosafarbenen Polizeistation, der schönsten der Ostsee, vorbei und dreht dann in die Marina ein, die auf der südöstlichen Seite der Insel liegt. In der Saison verbindet ein Wassertaxi den Hafen mit dem Stadtzentrum. Eine Strandbar vis-à-vis der Hakenterrassen hat in der Marina eröffnet. Entlang der Oder sorgen zahlreiche Bars und Restaurants für ein abwechslungsreiches Uferpromenaden-Leben.

Tag 4: Szczecin – Jeziero Dąbie 5 sm

Östlich von Szczecin ist ein Abstecher in den Jezioro Dąbie (Dammscher See) ein wahres Naturerlebnis. Hier gibt es mehrere Yachthäfen zur Auswahl. Sicher liegt man in der Marina Pogoń, das ist der erste der sechs Yachthäfen. Boote, die mit gelegtem Mast aus Berlin entlang des Oder-Havel-/Finowkanals kommen, können hier per Kran ihren Mast stellen lassen.

Tag 5: Jeziero Dąbie – Nowe Warpno 19 sm

Entlang der Oder geht es zur Ostsee. Zuvor gibt es noch einen Zwischenstopp in Nowe Warpno, dem westlichsten Hafen auf polnischer Seite des Stettiner Haffs. Um ihn zu erreichen, müssen Bootsfahrer das Fahrwasser zwischen der Insel Lysa Wyspa Zatoka und dem deutschen Altwarp passieren. Nowe Warpno wurde erst 2015 renoviert. Er befindet sich unmittelbar im Zentrum des kleinen Örtchens und ist dennoch von der Natur umgeben. Bei Wind aus Südost oder West liegt man etwas unruhig. In Nowe Warpno bietet sich ein Besuch des Restaurants Argus mit seinen frischen Fischgerichten an.

Tag 6: Nowe Warpno – Świnoujście 14 sm

Zuerst setzt man Kurs Nordwest. Sobald man das Fahrwasser in der Mitte des Stettiner Haffs erreicht hat, geht es Richtung Nordost, wo schon bald die zwei riesigen roten und grünen Einfahrtstonnen des Kanals Piastowski (Kaiserfahrt) zu sehen sind. Vor 140 Jahren wurde er gebaut, weil der sich schlängelnde östliche Swinestrom ständig versandete. Er ist heute Hauptschifffahrtsweg und verbindet das Stettiner Haff mit der Swine (Świna), die in die Ostsee mündet. Ziel ist der Charterstützpunkt Marina Nordbecken, der nach etwa 8 Seemeilen erreicht ist. Am Abend kann man in der exzellenten Hafen-Tawerna auf einen gelungenen Törn anstoßen.

Tag 7: Check-out Świnoujście