Drei Länder in 14 Tagen

Tag 1: Lauterbach – Sassnitz 25 sm

Leinen los in Lauterbach! Am einfachsten gelangt man in den Greifswalder Bodden, indem man die Insel Vilm östlich umfährt. Achtung aber vor den nördlichen flachen Ausläufern. Einst war Vilm Erich Honeckers Urlaubsdomizil. Heute ist die Insel Biosphärenreservat. Aufmerksame entdecken im Vorbeifahren eine weitere Kuriosität: die ausgediente Entmagnetisierungsstation östlich von Vilm. Die Halbinsel Mönchsgut lässt man nun nördlich liegen. Auf Höhe der Greifswalder Oie – nur noch von einem Vogelwart bewohnt – wird Kurs Nord auf Sassnitz angelegt. In Sassnitz gibt es viel zu sehen: den Leuchtturm, das U-Boot H.M.S. Otus (Museum) und die Bäderarchitektur in der hübschen Altstadt. In der Ostpreußischen Hafenräucherei gibt es täglich frischen Räucherfisch aus eigener Herstellung.

Tag 2: Sassnitz – Rønne/Bornholm 53 sm

Rügen achtern, Bornholm voraus, Paradies in Sicht. Der Hafen mit der kürzesten Distanz zu Sassnitz ist der Yachthafen in Rønne, die Nørrekås Marina. Sie ist Ziel dieser Etappe. Die Segelbedingungen sind besonders gut, wenn der Wind die Yacht mit den vorherrschenden Winden aus Südwest quasi nach Bornholm schiebt: schönstes Ostseesegeln und das über mehr als 50 Seemeilen lang! Die Nørrekås Marina liegt nah bei der Innenstadt. Hier gibt es viele Einkehrmöglichkeiten und Geschäfte. Will man Lokales und Frisches für die Weiterreise besorgen, so ist das ausgemachte Ziel die Torvehal Markthalle. Kulinarisches Highlight in Rønne ist das Green Solution House mit einer gut sortierten Bio-Küche, 2,5 Kilometer vom Hafen entfernt.

Tag 3: Rønne/Bornholm – Svaneke 27 sm

Die Südküste Bornholms mit den weißen Stränden ist besonders reizvoll. Diese Etappe beginnt in Rønne, am westlichsten Zipfel Bornholms, führt um das „Südkap“ bei Dueodde vorbei, um dann zur sanften, aber felsigen Ostseite zu gelangen. Svaneke wurde 2013 zum schönsten Ort Dänemarks gekürt. Im Übrigen wurde Bornholm als einzige Region in Europa mit dem Titel World Craft Region für hervorragende Aktivitäten im Bereich Kunsthandwerk ausgezeichnet. In Svaneke kann man durch die Keramik-, Glas- und Textilateliers schlendern und sich selbst von der richtigen Wahl des World Craft Councils überzeugen.

Tag 4: Svaneke – Darłowo 60 sm

Bis nach Darłowo (Rügenwalde) können Bootsfahrer die offene See genießen. Bei nordwestlichen Winden ab sechs Beaufort kann sich bei der Einfahrt in die Wieperzamündung eine unangenehme Kreuzsee aufbauen. Der Yachthafen befindet sich hinter der stündlich öffnenden Schiebebrücke auf der östlichen Seite. Weitere Anlegemöglichkeiten bestehen zudem am Kai Usteckie. Entlang der westlichen Kaimauer hat sich ein kleiner Fischmarkt etabliert.

Tag 5: Darłowo – Kołobrzeg 34 sm

Die Tour führt zurück in Richtung Westen, immer der Küste entlang, bis die Mündung der Parsęta (Persante) bei Kołobrzeg in Sichtweite gelangt. Aber Achtung: Bei starken westlichen und östlichen Winden entsteht eine starke Querströmung. Eine Brücke an der östlichen Seite der Flussinsel Solna verbindet den Hafen mit der Innenstadt und dem Strand. Im Hafen, oberhalb des Hafenmeisterbüros, lädt die Terrasse der Sailor Bar zu einem Blick über die Parsęta und die Ostseemündung ein.

Tag 6: Kołobrzeg – Dziwnów 32 sm

Weiter westlich von Kołobrzeg aus an der Küste entlang, erreicht man bald die Flussmündung der Dziwna und peilt bei der Ansteuerungstonne DZI die beiden Molenköpfe an. Bei stürmischen West- oder Ostwinden kommt es zu starken Querströmungen. Vorbei am Fischereihafen, ist die Einfahrt zur neuen, markanten, halbrunden Marina in Sicht. Typisch – wie für viele Orte der polnischen Ostseeküste – ist die Lage zwischen Fluss und Meer.

Tag 7: Dziwnów – Świnoujście 19 sm

Von Dziwnów Richtung Westen, erreicht man die mit Tonnen und Richtfeuer gut markierte Fahrrinne nach Świnoujście. Am westlichen Molenkopf steht die charakteristische Mühlenbake. Beim Ansteuern des Yachthafens sollte man sich an der westlichen Seite des Fahrwassers halten. Denn bald, ebenfalls an der westlichen Seite der Świna, erreicht man den geschützten Yachthafen. Liegeplätze gibt es an den Schwimmstegen oder längsseits am Kai. Zu Fuß oder per Leihfahrrad ist man schnell am weitläufigen Sandstrand und an der lebendigen Strandpromenade. Ein Kontrastprogramm zum bunten polnischen Strandleben ist das nur 3 Kilometer entfernte, ruhige Seebad Ahlbeck auf der deutschen Seite.

Tag 8: Świnoujście – Lubmin 34 sm

Von Świnoujście geht es an der Außenküste entlang wieder zurück in den Greifswalder Bodden. Lubmin liegt an dessen Südostküste. Man sollte sich bei der Anfahrt nicht von dem weithin sichtbaren ehemaligen Kernkraftwerk abschrecken lassen. Lubmin hat seinen ganz eigenen Reiz. Der Hafen liegt direkt neben dem langen Sandstrand, der zum Ort und zur Seebrücke von Lubmin führt. Dahinter ist ein langgezogener Kiefernwald. Im Hafen befindet sich das ehemalige Passagierschiff und heutige Catering-Schiff MS Vaterland (Baujahr 1942 in Hamburg) mit einer bodenständigen Küche.

Tag 9: Lubmin – Greifswald 13 sm

Vom Greifswalder Bodden, über die Dänische Wiek (gut zum Segelbergen), fährt man nun in die Mündung des Ryck und passiert das Sperrwerk. Falls die manuell betriebene Holz-Klappbrücke in Wieck gerade geschlossen hat, lohnt eine Pause im exzellenten Restaurant Büttner´s.

Tag 10: Greifswald – Neuhof 12 sm

Der restliche Teil der Tour führt mit geringeren Distanzen entlang des Strelasunds und der Südküste Rügens in viele idyllische Häfen und Orte. Das nun eher beschauliche Segeln in den ruhigeren Boddengewässern steht im Kontrast zu den langen Distanzen auf offener See. Über den Greifswalder Bodden und den Strelasund erreicht man die malerisch gelegene Marina Neuhof, an der Einfahrt des Deviner Sees, gegenüber der gleichnamigen Halbinsel. Vom Restaurant Ziegelhafen aus kann man über die schöne Strelasund-Landschaft blicken.

Tag 11: Neuhof – Gager 22 sm

Von Neuhof aus geht es in den Strelasund Richtung Osten. Achtung: Auf die Glewitzer Autofähre achten, die Rügen mit dem Festland verbindet und zwischen Stahlbrode und Glewitz hin- und her fährt. Nach Passieren der Halbinsel Garz und der Insel Koos im Süden führt die Route auf den Greifswalder Bodden und dann Kurs Nordost in den Rügischen Bodden bis zur Fahrwassertonne „Zicker“. Die Halbinsel Mönchsgut bleibt östlich des Fahrwassers der Hagenschen Wiek. Hier wird es schnell flach. Die Betonnung ist nicht befeuert, deswegen den Hafen am besten nur tagsüber ansteuern. Bei starken nordwestlichen Winden ist mit Schwell im Hafen zu rechnen. Von Gager aus führt ein etwa 2 Kilometer langer Fuß- oder Radweg zum Badestrand. Es ist ein Genuss, den Blick über die herrliche Boddenlandschaft der sanft hügeligen Halbinsel Mönchsgut schweifen zu lassen. Die Gaststätte Fröhlich in Gager ist bei Seglern beliebt.

Tag 12: Gager – Seedorf 6 sm

Auch auf dem Weg nach Seedorf gilt es, unbedingt dem Fahrwasser zu folgen, um dann östlich in die Bucht Having abzubiegen. Hier gibt es mehrere geschützte Stege zu beiden Seiten der Lanckener Bek, im Norden der Having. Bei starken südwestlichen Winden steht starker Strom im kanalartigen Hafen.

Tag 13: Seedorf – Lauterbach 7 sm

Durch die Having geht es in südwestlicher Richtung nach Lauterbach. Man hält sich an den Tonnenstrich. Denn südlich des Fahrwassers, vor Kasper Ort, wird es wieder sehr flach. Nordwestlich geht es ins Fahrwasser der Stresower Bucht, wo man östlich die ausgediente Entmagnetisierungsstation Ostervilm passiert. Dann hält man sich frei von den östlichen Sandbänken von Vilm und folgt den Fahrwassertonnen bis in die Hafeneinfahrt von Lauterbach. Zum Yachthafen im-jaich biegt man östlich ab. Im Kommunalhafen befindet sich eine Tankstelle. Das Restaurant Komoran im Yachthafen ist ideal, um den Törn Revue passieren zu lassen.

Tag 14: Check-out Lauterbach